Künstlerische Existenzen weiter gefährdet:

Bündnisgrüne kritisieren fehlende Planungssicherheit bei Ausstellungsvergütungen in Treptow-Köpenick

Der vorgelegte Schlussbericht des Bezirksamts Treptow-Köpenick zur Finanzierung des „Fonds für die Ausstellungsvergütung Bildende Kunst – FABiK“ ist aus Sicht der Bündnisgrünen Fraktion in der BVV Treptow-Köpenick unzureichend und spiegelt nicht die prekäre Realität der betroffenen Künstler*innen wider. Trotz der im Bericht dargestellten Bemühungen wird die Fortführung des Fonds nun gänzlich aus dem Senatshaushalt gestrichen werden. Nach Informationen des Berufsverbands Bildender Künstler*innen (bbk) werden die Gelder um die Hälfte reduziert und sind nun auch nicht mehr zweckgebunden an Honorare.

Dazu Talip Törün, kulturpolitischer Sprecher: „Es ist alarmierend, dass der Bezirk den Vorgang als abgeschlossen betrachtet, während die eigentlichen Probleme fortbestehen. Die künstlerische Arbeit in unserem Bezirk wird durch den Senatsbeschluss massiv gefährdet. Ohne den FABiK-Fonds ist eine verbindliche Finanzierung von Künstler*innen in den Kommunalen Galerien nicht gegeben.“

Stefka Amon, Diplom Bildhauerin und Bürgedeputierte im Bezirk ergänzt: „Wir Künstler*innen haben in Treptow-Köpenick für den Erhalt der Kommunalen Galerie Alte Schule gekämpft – und mit dem Souterrain im Rathaus Johannisthal sogar einen zweiten Ort für zeitgenössische Kunst geschaffen. Jetzt kürzt der Senat die gesicherten Ausstellungshonorare massiv. Für viele von uns bedeutet das: unterbezahlt arbeiten, Zweitjobs annehmen, die Künstlersozialkasse verlieren – und am Ende die eigene künstlerische Existenz. FABiK ist keine Fördersache, sondern eine Grundlage für faire Kulturarbeit. Wenn sie fällt, fällt mit ihr ein weiteres Stück Kultur in Treptow-Köpenick.“

Die Kommunale Galerie in Treptow-Köpenick leistet mit ihren Ausstellungen einen unverzichtbaren Beitrag zur kulturellen Teilhabe im Bezirk.

„Eine angemessene Vergütung der ausstellenden Künstler*innen ist dabei nicht nur eine Frage der Wertschätzung, sondern auch der sozialen Gerechtigkeit“, betont Törün. „Wir fordern den Senat und das Bezirksamt auf, endlich für Klarheit zu sorgen und die Finanzierung des FABiK-Fonds verbindlich zu sichern.“

Der FABiK-Fonds ermöglichte die Vergütung bildender Künstler*innen für Ausstellungen in kommunalen Galerien. Die Streichung des Fonds für 2025 wurde bereits im Februar dieses Jahres von den Kulturverantwortlichen aller zwölf Berliner Bezirke scharf kritisiert. Die gänzliche Streichung für die kommenden Jahre zeigt sorgt nun für weitere Planungsunsicherheit bei den Künstler*innen im Bezirk.

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